Das englische Wort Divestment, auf Deutsch Desinvestition, bezeichnet im Kontext der Umweltpolitik das Abziehen von Investitionsgeldern aus Unternehmen, die im Bereich fossiler Energieträger, also Öl, Erdgas und Kohle, tätig sind. Wie das Kapital dieser Unternehmen gehandelt wird, etwa als Aktien oder Anleihen, spielt dabei keine Rolle. Ziel des Divestments ist es letztlich, die unethische Geschäftstätigkeit der Unternehmen in den fossilen Energien unmöglich zu machen und zu beenden. Freigewordenes Kapital soll stattdessen in ethisches Investment fließen. Jeder Cent, der heute noch in Investitionen fossiler Energien fließt, trägt zudem zur fossilen Investitionsblase bei. Das Risiko, dass solche Investitionen durch ökologische, gesellschaftliche und politische Entwicklungen wertlos werden und als stranded assets enden, steigt.

Divestment wird dabei seit vielen Jahren von einer breiten gesellschaftlichen Bewegung getragen. Das hat gute Gründe. In der Vergangenheit war der politische Einfluss der Fossil-Unternehmen so groß, dass willfährige Politik notwendige Schritte zur Eindämmung der Klimakatastrophe verhindert hat. Auch heute zeigen diese Unternehmen, dass ihnen Profitgier wichtiger als das Wohlergehen der Menschen ist. Zusammen mit Lobby-Organisationen aus der Klimawandelleugnerszene wie beispielsweise dem amerikanischen Heartland Institute oder dem deutschen Verein EIKE bilden sie eine informelle Allianz und hintertreiben sinnvolle Klimapolitik. In bestimmten politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kreisen stoßen sie damit immer noch auf Wohlwollen. Die Divestment-Bewegung will daher auch den politischen Einfluss der Fossil-Industrie empfindlich schwächen.

Dieses Ziel kann die Divestment-Bewegung auf verschiedenen Wegen erreichen. Viele Gruppen unter dem Dach von Fossil Free Deutschland richten sich an Institutionen und Einzelpersonen, um sie zum Abzug von Geldern aus der Fossil-Industrie zu bewegen. Einen etwas anderen Schwerpunkt setzt unsere Gruppe Fossil Free Karlsruhe. Wiewohl wir das übergeordnete Ziel unserer Mutterorganisation unterstützen, so setzen wir gleichzeitig auf die positive Konsequenz daraus. Die Solarenergie ist mittlerweile zum günstigsten Energieträger in der menschlichen Geschichte geworden und Karlsruhe eine der sonnigsten Städte Deutschlands. Dieses Potential wollen wir mit der Initiative Faktor2 nicht nur in Karlsruhe nutzen.