Fossil Free Karlsruhe ist eine bürgerschaftlich getragene überparteiliche Gruppe, die sich im September 2018 als Ortsgruppe von Fossil Free Deutschland gegründet hat. Wir sind Teil dieser weltweiten Kampagne von 350.org und wollen den Ausstieg aus der fossilen Wirtschaftsweise auch in Karlsruhe vorantreiben.

Der Name 350.org leitet sich von 350 ppm (parts per million, Teilchen pro Million) ab. Das ist der Gehalt von Kohlendioxid in der Atmosphäre, der die sichere obere Grenze darstellt, deren Überschreiten sehr wahrscheinlich zu einem irreversiblen Kippen des Klimasystems führt und unseren Planeten in weiten Teilen unbewohnbar macht.

Wir unterstützen die Ziele von 350.org und Fossil Free. Wir wollen eine BürgerInnen-Energiewende hin zu Erneuerbaren, keine Kohle-, Öl- und Gasprojekte mehr und kein Cent für schmutzige Energie. Wir orientieren uns dabei am 1,5-Grad-Ziel, wie es im Pariser Abkommen von 2015 niedergelegt ist.

Gemäß dem Klimaschutzkonzept 2030, das der Karlsruher Gemeinderat für die Stadt im Frühjahr 2020 verabschiedet hat, soll Karlsruhe bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden. Wiewohl wir die zahlreichen positiven Ansätze des Konzepts etwa im Bereich der Photovoltaik begrüßen, so können wir die zeitliche Perspektive keinesfalls teilen. Karlsruhe muss deutlich früher klimaneutral werden, um das 1,5-Grad-Ziel zu ereichen.

Unseren Beitrag dazu leisten wir auf mehreren Feldern. Zusammen mit den örtlichen Gruppen von Fridays for Future, Scientists for Future, Parents4Future und der Karlshochschule haben wir 2019 und 2020 eine Serien von Runden Tischen zu Schlüsselthemen rund um den Klimaschutz auf den Weg gebracht. Der damit angestoßene breite gesellschaftliche Dialog mit den Gemeinderatsfraktionen und Gruppen aus ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Zusammenhängen erhielt sehr viel positive Resonanz.

Ein weiterer Schwerpunkt ist unser Projekt Faktor2. Wir knüpfen damit an die Idee des Divestments an, das die Fossil Free-Bewegung verfolgt, und gehen damit gleichzeitig einen Schritt weiter. Wir wenden uns gegen die Investition in fossile Energien und setzen das bessere Geschäftsmodell dagegen: Im Ausbau der Solarenergie in Karlsruhe sehen wir ein gewaltiges Potential, mit dem Karlsruhe das 1,5-Grad-Ziel erreichen kann. Mit Faktor2 möchten wir den kommunalen und bundesweiten politischen Prozess in der Klimapolitik vorantreiben und sichtbar und hörbar werden. In diesem Kontext unterstützen wir auch die Fridays for Future-Bewegung in Karlsruhe.